Ein klar strukturierter Prozess und systematische Vorgehensweisen sind entscheidend für ein erfolgreiches betriebliches Eingliederungsmanagement. Sie unterstützen nicht nur die nachhaltige Rückkehr erkrankter Beschäftigter in den Arbeitsprozess, sondern stellen auch sicher, dass die gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden. In diesem Blog-Artikel erklären wir, wie ein BEM-Gespräch gelingt, und Sie erhalten einen Überblick über den Ablauf des betrieblichen Eingliederungsmanagements.
Wie gelingt das betriebliche Eingliederungsmanagement-Gespräch?
Ein erfolgreiches BEM-Gespräch beginnt damit, Vertrauen aufzubauen und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit zu fördern. Das Gespräch sollte stets wertschätzend geführt werden und auf die individuelle Situation der betroffenen Person eingehen. Sorgen, Probleme und gesundheitliche Einschränkungen müssen ernst genommen und dürfen nicht verharmlost oder abgewertet werden. Unstimmigkeiten oder Differenzen sollten offen und konstruktiv angesprochen werden, während gezielte Nachfragen helfen, Missverständnisse zu vermeiden. Letztlich ist das BEM-Gespräch eine Gelegenheit für beide Seiten, gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Der Ablauf des betrieblichen Eingliederungsmanagements-Gesprächs
Erster Schritt: Einladung zum BEM-Gespräch
Die Einladung zum BEM-Gespräch erfolgt, wenn Sie feststellen, dass Ihr Mitarbeiter innerhalb der letzten zwölf Monate länger als sechs Wochen ununterbrochen oder gestaffelt arbeitsunfähig war. Die Teilnahme am betrieblichen Eingliederungsmanagement ist für Ihren Mitarbeiter freiwillig, entsprechend liegt die Zustimmung allein bei ihm. Egal, wie dieser sich entscheidet, seine Entscheidung muss nicht begründet werden. Auf Wunsch Ihres Arbeitnehmers können auch weitere Personen am BEM-Gespräch teilnehmen, wie beispielsweise ein Interessenvertreter.
Zweiter Schritt: Durchführung des BEM-Gesprächs
Mit dem Beginn des BEM-Gesprächs steht für Sie der vertrauensvolle Kontakt im Vordergrund. Denn nur durch ein angenehmes Gespräch, kann ein offener Austausch stattfinden.
In dem ersten Gesprächsteil werden dann grundlegende Verfahrensfragen geklärt. Sie werden Ihrem Mitarbeiter den Ablauf des betrieblichen Eingliederungsmanagements-Gesprächs darstellen und wichtige Informationen weitergeben. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen, ohne Ihren Mitarbeiter mit Details zu überfordern oder ihn in eine passive Rolle zu drängen. Gerne können Sie ihn direkt nach seinen Erwartungen, Anliegen oder Vorstellungen fragen.
Dritter Schritt: Problemerfassung des BEM-Gesprächs

In der zweiten Phase des BEM-Gesprächs rückt die inhaltliche Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation Ihres Mitarbeiters in den Vordergrund. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis für die aktuelle und perspektivische Situation des Mitarbeiters zu gewinnen. Dazu wird zunächst der gegenwärtige Zustand sorgfältig beschrieben, anschließend wird der angestrebte Zielzustand skizziert. Schließlich wird herausgearbeitet, welche Unterschiede oder Hindernisse zwischen beiden bestehen.
Erst aus dieser Gegenüberstellung lassen sich realistische und passgenaue Lösungsansätze ableiten. Der Einstieg in diese Phase gelingt häufig über Fragen zu den bestehenden Einschränkungen des Mitarbeiters. Dabei geht es darum, zu klären, welche Tätigkeiten aktuell möglich sind und unter welchen Bedingungen sie ausgeführt werden können. Wichtig ist es, sowohl die körperliche als auch die psychische Verfassung des Mitarbeiters zu betrachten. Deshalb ist es sinnvoll, neben den fachlichen auch die persönlichen Kompetenzen in den Blick zu nehmen.
Bestehen Unterschiede zwischen der eigenen Einschätzung des Mitarbeitenden und den objektiven Anforderungen des Arbeitsplatzes, sollten diese behutsam und offen angesprochen werden.
Darüber hinaus beschränkt sich die Analyse des Istzustands nicht allein auf den Arbeitsplatz. Auch das private Umfeld und die aktuelle Lebenssituation des Mitarbeitenden spielen eine wichtige Rolle. Belastende Einflüsse aus dem sozialen Umfeld können körperliche Erkrankungen beeinflussen oder verschlimmern. Entscheidend in dieser Phase ist, dass der Mitarbeitende erkennt, dass er oder sie selbst zentraler Teil der Situation und damit auch der Lösung ist. Dieses Bewusstsein fördert die Eigenverantwortung und ist eine wesentliche Voraussetzung für eine aktive und engagierte Mitwirkung am weiteren BEM-Prozess.
Vierter Schritt: Problemlösung des BEM-Gesprächs
Es hat sich als sinnvoll erwiesen, Klarheit zu schaffen und dann nach Lösungen zu suchen. Wenn gleichzeitig mehrere Herausforderungen bestehen, kann es helfen, diese zu ordnen und zu priorisieren.
Der BEM-Verantwortliche unterstützt die betroffene Person dabei, eigene Ideen und Wege zu entwickeln, aus denen sie selbst die passende auswählen kann. Wichtig bleibt die aktive Mitarbeit der betroffenen Person. So können Lösungen erarbeitet werden und Verantwortung für deren Umsetzung geschaffen werden.
Fünfter Schritt: Abschluss des BEM-Gesprächs
Am Ende des Gesprächs steht die gemeinsame Reflexion im Vordergrund. Alle besprochenen Punkte werden in einer Zusammenfassung festgehalten. Zudem wird definiert, wer welche Aufgaben übernimmt und welche Fristen hinter den jeweiligen Aufgaben stehen.
Um den Fortschritt zu sichern und die Maßnahmen weiter anzupassen, wird ein Folgetermin vereinbart. Bei diesem können offene Fragen geklärt, Erfahrungen aus der Umsetzung besprochen und gegebenenfalls neue Aspekte mit aufgenommen werden. So entsteht ein dynamischer Prozess, der kontinuierlich an den Bedürfnissen deiner Mitarbeitenden ausgerichtet ist.
Wenn Sie sich für das BEM-Verfahren interessieren, finden Sie hier einen kompakten Überblick über die wichtigsten Aspekte und Abläufe.








